Edelstahl beizen

Warum muss Edelstahl gebeizt werden?

Die Edelstähle verdanken ihre Korrosionsbeständigkeit einer mikroskopisch dünnen oxydischen Schutzschicht, der sogenannten Passivschicht.
Voraussetzung für die Bildung einer fehlerfreien und wirksamen Passivschicht ist eine saubere, metallisch reine Oberfläche. Zweck der chemischen Oberflächenbehandlung, d.h. des Beizens ist es, Verunreinigungen (Oxidschichten, Anlauffarben, Fremdrost und durch die mechanische Bearbeitung in die Oberfläche eingepresste metallische Bestandteile) und Oberflächenstörungen, z.B. organische Verunreinigungen, die die Ausbildung einer einwandfreien Passivschicht verhindern, zu beseitigen.

Das Tauchbeizen

Das Beizgut wird mittels Hallenkran in das Tauchbecken gegeben (größere Teile einzeln, kleinere in PVC-Körben).
Das Beizbecken ist gefüllt mit einer Mischung aus Flusssäure, Schwefelsäure und Tensiden. Nach der erforderlichen Kontaktzeit, je nach Verschmutzungsgrad und Werkstoffqualität verschieden, in der Regel jedoch zwischen 30-120 Min. wird das Beizgut dem Becken entnommen. Das gebeizte Bauteil wird nun zum Waschplatz in der Beizhalle transportiert. Dort werden mittels Hochdruckgerät die an der Oberfläche verbliebenen Beizbadreste abgespült. Das Abspülen der Oberfläche ist ein sehr wichtiger Arbeitsgang nach dem beizen. Nur durch sorgfältiges Abspülen kann eine neutrale, metallisch reine, rückstandsfreie Oberfläche erzielt werden. Es entsteht eine helle, metallisch reine Oberfläche.

Vorher-Nachher-Vergleich

Vor dem Spühlvorgang
Nach dem Spülvorgang
Schweißnaht vor dem beizen
Schweißnaht gebeizt und gespühlt